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Von Ella aus sind wir mit dem Zug weiter nach Nuwara Eliya gefahren. Die Stadt liegt auf 1868m Höhe und wird auch „Little Britain“ genannt. Während der Kolonialzeit haben sich die Briten hier niedergelassen und ihre eigene kleine Welt aufgebaut, um sich von der Hitze zu erholen und ihren Tee zu genießen. Man findet noch einige sehr schöne Häuser aus dieser Zeit, die eigentlich so gar nicht in dieses Land passen. Es gibt sogar eine Pferderennbahn, nen Golfplatz und den Victoria´s Park… trotzdem wollten bei Alex noch nicht so richtig Heimatgefühle aufkommen 😉 Und das obwohl selbst das Wetter eigentlich typisch britisch war: Tagsüber zwar heiß, aber auch viel Regen und Nachts nasskalte 15° – zum Glück hatten wir heißes Wasser und nen Kamin in unserem Kingfern Cottage 😉

Teefabrik & High Tea

Das Thema „Tee“ hat sich durch den Besuch in Nuwara Eliya gezogen: denn natürlich gehört es in den Bergen dazu, mal eine echte Teefabrik zu besuchen oder zum (typisch britischen) „High Tea“ zu gehen. So habe ich mit Alex einen TucTuc-Ausflug zum nahegelegenen Pedro Tea Estate gemacht, eine Fabrik, die seit 1885 in Betrieb ist und immer noch mit den alten Maschinen arbeitet. Hier herrscht echtes Vintage-Feeling. Und es riecht soooo gut!! Kaum betritt man den Raum, indem der frische Tee ankommt, riecht es total fruchtig, sogar ein bisschen nach Apfel. Wir waren mit zwei Mädels aus Canada die einzigen Besucher und haben eine kurze aber sehr interessante Führung bekommen – leider habe ich Dank Dialekt und den lauten Maschinen nicht allzu viel verstanden. Naja, danach gabs noch einen Tee umsonst auf der Veranda mit Blick auf die eigenen Teeplantagen. Für nur 1,20€ ein echt lohnenswerter Ausflug. Leider durften wir in der Fabrik keine Fotos machen – dafür aber von uns in unseren schicken Schutz-Outfits!

Anschließend waren wir zum High Tea im Grand Hotel, man gönnt sich ja sonst nix… Für ca. 5,50€ bekommt man Tee soviel man möchte und eine Etagère voll mit kleinen Snacks und Küchlein, Jammy! Alex hat sich sogar noch ans Piano in der Lobby getraut.

Darf´s noch mehr Tee sein?

Ok, hier noch ein paar Hintergründe: Nach Wasser wird Tee weltweit am meisten getrunken – mehr als Kaffee, Soft Drinks und Alkohol zusammen. Wie schon erwähnt, lebt die Sri Lankanische Wirtschaft zu großen Teilen vom Teeanbau und dieser schafft eine Million Arbeitsplätze im Land. Der Tee wird auch heute noch per Hand von tamilischen Frauen gepflückt. Dabei ernten die meisten an einem 14-Stunden-Tag (!) ca. 20-30kg und bekommen dafür nur rund 4USD. (Die von uns besuchte Fabrik achtet auf faire Löhne und Sozialstandards, die längst noch nicht üblich sind). Der Ceylon-Tee ist einer der besten der Welt und übrigens wird auch der grüne und weiße Tee aus derselben Pflanze hergestellt. Oft findet man auf der Verpackung die Bezeichnung „Broken Orange Pekoe“ (BOP), welches eine Klassifizierung der Qualität ist. Gepflückt werden immer nur „two leafs and a bud“, also die drei jüngsten Blätter der Pflanze, wobei das kleinste das von höchster Qualität ist und später nicht gebrochen wird, der heißt dann Flowery Orange Pekoe. Aus den anderen Blättern werden die kleineren Teekrümel, die dann in den Beutel kommen. Orange steht nicht für den Geschmack, sondern die Farbe. Der Ceylon-Tee geht allerdings mittlerweile kaum noch nach UK, sondern wird hauptsächlich in die arabischen Staaten und Nordafrika sowie Russland und Osteuropa exportiert, da er sehr stark ist.

Um die schicken Häuschen herum herrscht in Nuwara Eliya übrigens (zum Glück) trotzdem das übliche, asiatische Chaos mit sehr viel Verkehr, noch mehr Menschen (Männern), Marktständen mit Plastikkram, soweit das Auge reicht und vor allem Regenschirmen, Fleecepullovern und Regenjacken. Abends waren wir in einem „Pub“ voller Locals und Mila und ich die einzigen Mädels…

Hier noch ein paar Impressionen von der Zugfahrt Nanu-Oya (Nuwara Eliya) nach Kandy:

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